Hinter den sieben Bergen, Aufsatz
Beschreibung
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Übersetzung
Fredi und Heinz waren Geschwister. Ihre Eltern waren sehr reich und die Buben benahmen sich gar nicht nach dem Geschmack der Eltern. Nach ihrer Ansicht durften Kinder, die aus einem vornehmen Hause kommen, nicht den ganzen Tag spielen, radeln oder Ausflüge machen, das gehörte sich einfach nicht. Wie wir noch jung waren, dachten sie, da saßen wir den ganzen [Tag] hinter franz. und engl. Lektüre oder lasen Goethe u. Schiller, und dagegen die heutige Jugend?, sie lacht über die Alten! ja! die Jugend von heute.
Und wirklich, Fredi u. Heinz waren ganz die Beispiele für die heutige Jugend, die ja so furchtbar ungebildet ist und nur auf dumme Lausbuberei hinaus geht. Sie waren beide in einer Klasse, und wohl auch die Jungens, die für die Belustigung der Mitschüler und den Ärger der Lehrer sorgten. Sie waren sonst nicht dumm, aber wenn es hieß den Lehrer ärgern, waren sie dabei. Oft trieben sie ihre Streiche, die meistens mit dem Direktor endeten. Ein Tadel im Klassenbuch war für sie soviel wie ein Ehrenabzeichen. Doch obwohl sie in der Schule so frech waren, waren sie sonst ganz gutmütige Jungens.
Die Eltern, die so sehr auf die Erziehung ihrer Söhne achteten, meinten, das läge sicherlich an dem Jugendbund, dem die Kinder angehörten. Doch als sie den Jungens das weitere Angehören des Vereins verboten, war das Maß voll. Sie wurden statt besser immer frecher und unterließen es auch nicht ihre Eltern zu necken. Am meisten ärgerten sich dieselben, wenn ihre Söhne, die einmal vornehme Herren der Gesellschaft werden sollten, mit schmutzigen Hosen oder zerrissenen Ellenbogen nach Hause kamen. Das war gewöhnlich nach dem Fußballspielen der Fall, weil sie dann ihre Jacken als Tor benutzen mußten. Sie hatten allmählich ihren Ärger, über das Verbot ihrer Eltern, verbissen, als sie eines Tages mit einem Wunsch vor die Mutter traten. Sie wollten eine mehrtägige Wanderfahrt ganz alleine unternehmen. Die Mutter verwies sie, wie gewöhnlich in solchen Fällen, auf den Vater. Als der Vater von dem Plan hörte, fing er jedoch zu schimpfen an und machte ein solches Donnerwetter, daß sich die [...]
Übersetzung
[...] Knaben schnell verdrückten. Jedoch ihr Plan war gefaßt und selbst die Furcht vor dem Vater konnte sie nicht abhalten, ihre Wanderung doch zu machen. Sie hatten schon alles vorbereitet und ihren Wecker auf 4 Uhr morgens gestellt. Soeben waren sie zu Bett gegangen und der Vater, der das Zimmer betrat, fand sie schlafend vor. Er begab sich dann auch in sein Schlafzimmer, das auf der Gartenseite des herrschaftlichen Hauses lag, während man vom Kinderschlafzimmer auf die Straße sehen konnte. Gegenüber ihrer Zimmertüre lag der Hauseingang, und die Knaben hofften durch die Türe ins Freie kommen zu können. Der Vater schnarchte, kurz nachdem er seinen Rundgang durch das Haus gemacht hatte, auch schon und merkte auch nicht, daß um ½ 5 Uhr die Knaben in der Küche fröhlich aßen. Fredi hatte einen schweren Rucksack an, und Heinz einen Brotbeutel und eine Flasche. Sie hatten des Vaters Fernsehrohr eingesteckt und waren eben im Begriffe die Wohnung zu verlassen, als sie zu ihrem Schreck entdeckten, daß die Tür verschlossen war. Da sie in der 1. Etage wohnten, wäre es für sie ein leichtes gewesen durch das Fenster zu entweichen, doch da war ein zweites Hindernis und das war Karo, der Hund, der beim geringsten Geräusch anschlug und heftig bellte. Da gab es nur eine Möglichkeit, man mußte durch das Fenster der Vorratskammer, ganz nahe am Zimmer der Eltern vorbei. Das taten sie dann auch und kamen, nachdem sie über das Gitter des Vorgartens geklettert waren, auf die Straße. Sie schrieben dann einen kurzen Brief mit folgendem Inhalt an ihre Eltern: Wir machen eine achttägige Tour. Mit Geld und Wegzehrung sind wir ausgerüstet. Wir werden euch öfters schreiben. Wir hoffen, daß ihr nicht böse seid. Ihr braucht keine Polizei hinter uns herzujagen, da wir von selber übernächsten Mittwoch wieder da sind. Viele Grüße, eure gehorsamen Söhne!
Heinz machte den Vorschlag, wir gehen jetzt sofort zum Bahnhof und fahren irgendwo hin, Geld haben wir ja genug, nur schnell aus der Stadt raus! Nein, sagte Fred, wir hängen uns an ein Lastauto, das kommt uns sonst zu teuer, wir müssen acht Tage leben. Ist gut, sagte Heinz. Sieh, da hinten kommt ein Auto [...]
Übersetzung
[...] direkt hinten drauf, gib Obacht. Noch zwei Minuten und der Wagen ratterte in mäßigem Tempo vorbei. Einen Ruck und Fred u. Heinz saßen oben zwischen Kisten und Kästen und lachten sich eins. Das Auto fuhr jetzt schneller wie am Anfang und als sie spät am Nachmittag genug hatten, sprangen sie einer nach dem andern ab. Sie waren in eine schöne Landschaft gekommen. Weit hinten sah man graue Berge schimmern. Rechts und links von dem ungepflasterten Wege waren Korn- und Kleefelder. Die Sonne schien sehr heiß. Das Lastauto war schon weit weg und näherte sich einem Dorfe, von dem sich der Kirchturm so schön gegen die Berge abhob. Fred packte Esszeug aus und sie setzten sich nieder um zu essen. Als sie fertig waren, schnürten sie den Rucksack wieder und fingen an im Marsche zu wandern. Sie waren wohl eine Stunde gegangen, da kreuzte sich die Straße und ein Wegzeiger zeigte: nach „hinter den sieben Bergen, ins Wunschland 18,3 km“ und nach: „dem Schlaraffenland 25 km zu Fuß und 30 km mit dem Auto“. Das Autofahren bin ich leid, sagte Fred entschlossen! Übrigens mit dem Schlaraffenland stimmt was nicht! fügte Heinz hinzu. So gehen wir denn nach den sieben Bergen, meinten beide. Wie lange brauchen wir wohl zu 18 km? Oh! bei dieser Hitze sicher 4-5 Stunden! Ich bin übrigens neugierig, wo wir hier sind. Einen Briefkasten scheint´s nicht zu geben und Menschen u. Tiere sieht man auch nicht. Hier das wäre das Rechte für Herrn Lehrer Dr. Springwut, der möchte doch immer in der Stunde seine Ruhe haben. Übrigens wäre das auch der geeignete Ort, wo Herr Studienrat Dickkopf seine Aufsätze nachsehen könnte ohne von den Menschen, die es immer so eilig haben und deshalb auf der Straße mit Hupen und Schellen Krach machen, gestört zu werden. Ja! Wir werden unsere Lehrer einmal hierher versetzen. So wanderten sie und waren schneller als sie dachten, den Bergen wesentlich näher gerückt. Nach einer weiteren Stunde befanden sie sich sogar schon auf der halben Höhe von einem der Berge. Sie konnten aber nicht weiter, da ein Stacheldraht den Weg überquerte. Es blieb ihnen nichts anderes übrig, als dem Stachelgitter zu folgen und an einer geeigneten Stelle den Übergang entweder [...]